Ganz plötzlich und völlig unerwartet kam unser Sohn Lucas am 17.3. um 8.10 im Krankenhaus Herning in Dänemark zur Welt.

Wir können es noch immer nicht fassen. Es ging alles so schnell. Zu schnell!
Herr Melle und ich hatten eine schöne Zeit am Strand. Abends etwas ziehen und Ausfluss worauf wir uns Rückversicherten bei der Hebamme und Freunden die vor kurzem selbst Eltern geworden sind. Es hieß es sei etwas Dehnungsschmerz und da es mir sonst gut ging sollten wir unseren Urlaub genießen. Später beim duschen merkte ich einen leichten Druck... so als wenn ich ganz dringend pullern müsste und dann ist das schlimmest was uns passieren konnte passiert. Es gab plötzlich einen riesen Knall. Ich weiß nur noch, dass ich geschrien habe weil ich wusste, dass unser Sohn keine Chance hätte weiter zu leben.

Herr Melle suchte gleich nach einem Krankenhaus... packte Cora nur schnell ins Auto und brachte mich liegend dort hin. Doch dort fanden wir nur einen normalen Arzt vor. Dieser rief dann den Rettungswagen. Lucas und ich worden mit Blaulicht ins nächste Krankenhaus gefahren und Herr Melle folgte mit unserem Auto.
Im Krankenhaus stellte sich heraus, dass wirklich die Fruchtblase geplatzt war und 90% des Fruchtwassers abgegangen war. Keine Chance für unseren Lucas. Die Frage war nur noch wann und wo er zur Welt kommen würde.
Herr Melle organisierte den Rettungsrücktransport damit ich liegend zurück nach Deutschland gekommen wäre... dass unser Lucas in Deutschland zur Welt kommt.
Die Nacht sollte ich dann im Krankenhaus bleiben. Herr Melle fuhr zum Ferienhaus zurück. Packte unsere Sachen.. telefoniert mit Freunden und Familie... telefonierte mit unser Hebamme... kümmert sich um Cora... um die Schlüsselübergabe vom Haus. Er hat so viel getan.. und das in dieser Ausnahmesituation. Ich bewundere ihn echt sehr dafür.
Die Nacht war dann ruhig. Zwar konnte ich aus Angst um Lucas nicht schlafen aber ich dachte so lange ich liege und ich ihn spüre ist alles gut.
Um kurz vor 8 Uhr habe ich mit Herr Melle geschieben... ihn gefragt wann er kommen würde und, dass sie Nacht ruhig war. Um 5 vor 8 Uhr kam dann die neue Hebamme zum vorstellen... um zu hören wie die Nacht war usw. Sie war sehr nette. Im Gespräch bekam ich dann einen leichten Schmerz. Ich schickte die Hebamme los etwas zu holen um den Schmerz und die Geburt zu stoppen. Ich wollte, dass Herr Melle dabei sein hätte können... vorallem sollte er doch wenn in Deutschland zur Welt kommen. Tja und all das was wir uns erhofft hatten konnte nicht erfüllt werden.

Ich musste die Hebamme gleich wieder zurück rufen. Ich weiß nur noch, dass ich aus dem Bett auf sprang... mich am Fußteil festkrallte.. um Hilfe schrie und die Notklingel irgendwie gedrückt habe. Noch wärend ich da die vielleicht 2 Minuten alleine am Bett stand merkte ich schon seinen Kopf durch den Geburtskanal rutschen. Um 5 nach 8Uhr war sein Kopf schon draußen und um 8.10 Uhr der Rest. Es ging zu schnelle und Herr Melle hat es leider nicht miterleben können.
Keiner kann uns sagen warum das alles passiert ist... zumal am Freitag zuvor wir ja noch extra beim Frauenarzt waren.
Infektionen konnten im Krankenhaus ausgeschlossen werden. Muttermundschwäche wird auch ausgeschlossen, weil man dann schon vorher hätte was sehen müssen. Plazentaablösung kann es wohl auch nicht sein. Denn die hat etwas auf sich warten lassen... die Hebamme hat unter den letzten Wehen versucht sie zu lockern... sie haben zu zweit auf meinem Bauch gehangen und gedrückt und geschoben... unten hat einer gezogen. Wäre sie so nicht abgegangen hätten sie mich auch noch in den OP geschoben. Unter der Geburt habe ich wohl auch einiges an Blut verloren, weshalb man halt auch nicht zu lange auf die Plazenta warten wollte.
Ich muss trotz aller Trauer sagen, dass ich dankbar für alles bin.
Dankbar Lucas seine Mama sein zu dürfen.
Dankbar Lucas geboren zu haben.
Dankbar, dass Herr Melle soviel für uns getan hat.
Dankbar, dass unsere Freunde die weite Strecke nach Dänemark gekommen sind um uns zu holen.
Dankbar, dass das ganze Team im Krankenhaus so lieb; ruhig; mitfühlend und einfach für mich/uns da waren.
Dankbar, dass wir unter ganz besonderen Umstände Lucas doch mit nach Hause nehmen durften.
Dankbar für die Bilder die ich bzw. wir machen konnten. Ich habe einfach nur drauf gehalten. Ich wollte soviele Erinnungen wie möglich von Lucas haben.
Dankbar für eine ganz besondere Zeit mit Lucas und Herr Melle
Dankbar, dass unser Lucas eine ihm würdige Bestattung bekommt.
Lucas seine Beisetzung findet am Dienstag im kleinsten Kreis mit einigen Familienmitgliedern und Freunden statt. Ich hoffe jeder hat Verständnis wenn die nächste Zeit von uns hier nichts zu lesen ist.. dass uns sicherlich die Kraft fehlen wird Emails und Kommentare zu beantworten.
Natürlich würde ich euch gerne einige Bilder von unserem wunderschönen Sohn zeigen. Denn wir sind trotz alle dem sehr stolz auf ihn. Man möchte es der ganzen Welt halt zeigen. Doch wir haben uns überlegt, dass sie nur für uns und die Familie bestimmt sind.
Und bevor ich es vergesse möchte ich mich bei Sandra bedanken. Sie näht ehrenamtlich für Sternenkinder kleine Mützchen, Einschlagdecken und Sterne. Ohne Sandra und der Aktion "Nähen für Regenbogenkinder" wäre unser Lucas nicht so schön gebettet worden. Danke dafür! Dank der bunten Stoffe sieht er noch friedlicher aus.. und wir haben das Gefühl er wäre richtig eingepackt.
Ruhe in Frieden unser wunderschöner Sohn! Wir hoffen, dass du irgendwann den Weg wieder zu uns finden wirst. Genauso hoffen wir, dass es dir dort wo du gerade bist gut geht. Ich hoffe du bist wirklich so friedlich eingeschlafen wie es uns alle sagen.
Wir lieben und vermissen dich!
Deine Mama und Papa