Dienstag, 10. Juni 2014

ABGELEHNT

Kennt ihr das aus dem TV... diese großen Stempel wo mit roter Tinte damit es schön auffällt ABGELEHNT auf gewisse Unterlagen gestempelt wird? So ist es gerade zumindestens gefühlt bei uns gelaufen. Nachdem wir nun alle Post die in der Zwischenzeit gekommen war durchsortiert haben fiel uns ein Brief von der Krankenkasse in die Hände. Hoffnung? Freude? Oder doch Frust und Pech?
Die kleine Hoffnung doch nochmal die Chance auf eine ICSI zu haben wurde gleich im 1.Satz zu nichte gemacht. Ja die Chance war gering. Aber es war eben ein Versuch wert und das Telefonat mit unserem Sachbearbeiter ließ auch auf gute Nachrichten hoffen... und nun dieses große rote auffällige ABGELEHNT. Etwas enttäuscht bin ich schon. Herr Melle meinte nur zu mir "Das war mir schon klar!" Es ist wie es ist... es wird kein Krankenkassenwechsel geben. Das war es dann wenn es mit den "EIS"zellen nicht klappt.
Im Bett fiel mir dann ein, dass wir ja noch einige Medis im Kühlschrank haben... es würden nur noch 2 300er Puregon Patronen, eine Brevactid und etwas zum Eisprung unterdrücken fehlen. Es wäre also überschaubar... wenn es hochkommt 400€ bei Kauf in Frankreich. Als ich das so erwähnte bei Herr Melle war da aufeinmal so ein komischer Moment. Ich kann noch nicht mal genau sagen was es war... Wir werden sehen was wir mit den Medis machen. Vielleicht wäre ja dann statt der Embryonenspende doch noch eine ICSI bzw. eine PICSI in Tschechien etwas? Für die die nicht wissen was eine PICSI ist:

Die PICSI Methode ist eine Mikromanipulationsmethode zur effektiven Spermienselektion vor ICSI. Die Selektion ist durch Hyaluronan möglich. Hyaluronan ist eine wesentliche Komponente der Hülle, welche die Eizelle umgibt. Im Labor wird den Spermien, die zur ICSI Befruchtung aufbereitet sind, Hyaluronan „angeboten“. Nur die Köpfe reifer Spermien tragen einen spezifischen Rezeptor für Hyaluronan, unreife Spermien verfügen über diesen Rezeptor nicht. Zur ICSI werden nur die Spermien verwendet, bei denen in diesem Hyaluron-Bindungstest die Bindung bestätigt wurde. Bei Spermien, die diese Fähigkeit der Bindung aufweisen, wurde das geringere Vorkommen chromosomaler Anomalien und bessere DNA Integrität erwiesen. Der Vorteil dieser Methode ist die Tatsache, dass das Spermium, welches normales Aussehen und normale Bewegung zeigt, nicht fähig sein muss, eine Eizelle zu befruchten.

Indikationen zur PICSI

  • geringe Fertilisierungsrate nach ICSI
  • das Spermiogramm erreicht die untere Grenze des Normwertes
  • ungünstige Entwicklung der Embryonen in vergangenen Behandlungszyklen
  • wiederholte Aborte in vergangenen Zyklen
  • Alter der Frau über 35 Jahre
Quelle:  http://www.reprogenesis.de/assistierte-reproduktion/picsi/

Würde zum Teil ja auf uns passen. Wir hatten 2x nur 2 befruchtete Eizellen, einmal 5 von 12, 8 von 23. Dann die Fehlgeburten und von Bummlern können wir auch reden... vom Spermiogram mal ganz abgesehen. Die Methode klingt logisch.
Doch jetzt muss ich  das ABGELEHNT erst einmal sacken lassen.




4 Kommentare:

  1. Tut mirleid für euch aber eigentlich klingt die PICSI doch wie ein guter Plan - euch alles Gute!

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  2. Hi Frau Spinne!

    Ich finde, dass PICSI gar nicht schlecht wäre. Ich könnte mir so einen Versucht echt noch vorstellen, wenn sich die Kosten in einem gewissen Rahmen bewegen würden... und wenn Herr Melle auch davon überzeugt wäre/ist.
    Ansonsten freue ich mich auf die Embyonenspende. Die fühlt sich halt auch nicht falsch an und da wäre mein Mann mitdabei. :-)

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  3. Liebe Melle,

    hach, ja, die netten Sachbearbeiter bei den Krankenkassen. Erst heißt es ganz lieb "schicken Sie uns das doch mal zu" und am Ende heißt es "abgelehnt". Seen this, been there.

    Es war ja ganz genau das gleiche bei meiner Gerinnungsgeschichte. Da hatte die Krankenkasse ja einer Gerinnungsuntersuchung in der Kiwu nicht zugestimmt. Letztendlich bin ich einen anderen Weg gegangen (mit Überweisung zum Transfusionsmediziner) und bin im Nachhinein sehr froh darüber. Denn, wie die Kiwu mir diese Woche bestätigt hat, ist mein Gerinnungsproblem SO speziell, dass es nicht zu den häufigsten Gerinnungsstörungen gehört, die alle getestet werden. Davon habe ich nämlich keine einzige. Was im Umkehrschluss bedeutet: man hätte nur die "üblichen" Störungen getestet und befunden, dass keine Gerinnungsstörung vorliegt und das hätte im Endeffekt bedeutet, dass meine Chance auf ein Kind gleich Null gewesen wäre, egal was ich sonst noch mache.

    Was will ich damit sagen: manchmal ist es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn man einen anderen Weg geht, als den, von dem man erst glaubte, er wäre der Beste.

    Vielleicht ist PICSI ja euer neuer Weg - ich wünsche auf jeden Fall viel, viel Glück!

    LG
    ZweiLinien

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    1. Hi ZweiLinien!

      Natürlich macht es mich noch immer etwas sauer. Da hetze ich noch bevor wir gefahren sind zum FA um diesen Wisch zu bekommen den ich dann doch selbst schreiben durfte... setze mich hin und schreiben diesen ollen Brief usw. und dann bekommen man den Mittelfinger gezeigt. Mittlerweile stupse ich Herrn Melle immer mal wieder auf die PICSI... aber ohne zu nerven. Nicht, dass Mann sich überrumpelt fühlt. Allerdings werde ich ihn erst so richtig bequatschen können wenn wir den Versuch mit den eingefrohrenen Eizellen hinter uns haben. Er meinte nur, dass wir dann im Fall der Fälle Ende des Jahres es mit Tschechien versuchen könnten. Ich hoffe, dass wir bald planen können wenn mein Mann wieder eine feste "Baustelle" hat... denn dann hätte er alle 14 Tage Freitags frei. Wo wir dann z.B. die HSK machen könnten. :-)
      Aber das Abgelehnt heißt zum Glück nicht das Ende. Es wird weiter gehen... offen ist halt noch der genaue Weg. Bekloppt. Erst bequatsche ich meinen Mann zur Embryonenspende und nun schwiert mir die PICSI im Kopf herum. Ich kann mir wirklich beides gut vorstellen. Mal sehen wohin uns der Weg dann im Enddefekt hinführt.

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